Save Children Souls
Save Children Souls in Binh Loc, Nord Zentral Vietnam.
Projekt Kuh und Hase als Leihgabe
Ort:
Die Dörfer Tam Quy und Binh Loc in der Provinz Ha Tinh, sie liegen in einer der Ärmsten Provinzen in ganz Vietnam.
Zielgruppe:
Bauern die ein Einkommen haben, welches sich zwischen 350.000 und 500.000VND (VND = Vietnam Dong) bewegt, etwa 14 bis 22€ pro Monat.
Begünstigte:
Arme Bauernfamilien, arme Witwen, arme Familien mit behinderten oder vielen Kindern.
Projektziel :
1 Befähigung armer Familien, eine eigenen Kuhherde aufzubauen und zu versorgen.
2 Schrittweise Vergrößerung der Anzahl profitierender Familien durch einen nachhaltigen Leihkreislauf.
3 Beitrag zur schrittweisen Reduktion von Armut und Hunger durch
Befähigung armer Familien, ihr Einkommen und ihren Lebens- standard zu verbessern.
4 Stärkungen der Fähigkeit von lokalen Autoritäten auf Distrikt- und Kommunalebene, nachhaltige Selbsthilfeprogramme aufzubauen.
5 Verbesserungen der tierärztlichen Versorgung in der Projektkommune.
Gesamtkosten : 45.000.000VND , ~ 1.800€
Das GRUNDKONZEPT
Eine Kuh wird an die ärmsten Familien in einem Dorf verliehen
Das Prinzip der Kuh als Leihgabe, ist recht einfach: Anstelle eines Geldbetrages
erhält eine arme Familie eine Kuh als Leihgabe. Dabei handelt es sich um
„Arbeits- und Fleischkühe“ und nicht um Milchkühe, da die Versorgung von Milchkühen, vor allem wegen des teuren Futters und der erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten, für arme Familien nicht tragbar und effektiv ist.
Die Familie, die eine Projekt-Kuh erhält, ist verantwortlich dafür und kann sie als Arbeitstier für die Feldarbeit und als “Düngerlieferant” verwenden.
Das erste weibliche Kalb das geboren wird, muss in das Projekt “zurückgezahlt” werden, nachdem es von der Mutter entwöhnt ist. Von der Rückzahlung des ersten weiblichen Kalbes an, gehört die Leihgabe Kuh der Familie. Alle weiteren Kälber darf die Familie behalten und zum Aufbau einer eigenen Herde, damit zur wirtschaftlichen Entwicklung der Familie nutzen. Das zurückgezahlte Kalb wird als ‘Leihgabe Kuh’ an die nächste arme Familie weiterverliehen.
Zur Unterstützung der Familien werden in jeder Dorfgemeinschaft lokale Gesundheits- und Zuchtbetreuer ernannt, die für eine kleine Gebühr, die Familien über die richtige Pflege der Kühe und Kälber beraten und den ordnungsgemäßen Ablauf, zusammen mit der Dorfleitung, überwachen. Für diese Betreuer ist eine regelmäßige Ausbildung geplant, um sie so noch besser auf ihre Tätigkeit vorzubereiten.
Auch die Empfängerfamilien werden über die Zucht der Tiere, in lokalen Kursen weiter trainiert. Zusätzlich wird bei der Rückzahlung des Kalbes eine kleine Gebühr von den Familien erhoben, die langfristig die Kosten für die Betreuung durch
die Betreuer und die Organisation des ganzen Projektes abdecken.
Eine echte Chance für arme Familien
Der große Vorteil dieses Projektes ist, dass es sich nach der anfänglichen
Investition selbst trägt und von den einheimischen Partnern auch selbständig weitergeführt werden kann. Der Anteil an armen Familien, die eine Kuh erhalten, wird stetig größer, ohne dass neues Kapital investiert werden muss. Neben dem rein wirtschaftlichen Vorteil erhalten die armen Familien durch die Leihgabe einer Kuh eine große Ermutigung. Familien, die sich nie eine Kuh hätten leisten können, erhalten so die Möglichkeit, ihre Lebensbedingungen allmählich mit eigenem Einsatz nachhaltig zu verbessern.
Fragen zur Kuh Bank
Wie werden die Familien, die eine Kuh bekommen, ausgewählt?
Zielgruppe sind arme Familien, die in der Lage sind eine Kuh aufzuziehen. Besonders bevorzugt werden Familien die von einer Witwe geleitet werden und Familien die behinderte Familienmitglieder oder viele Kinder haben. Nachdem wir von anderen Organisationen gelernt haben, folgen wir folgendem Prinzip:
Erst wird eine Versammlung mit der Parteileitung, der Leiterin Frauenunion, dem Leiter des Veteranenverbandes und des Dorfchefs durchgeführt. Dieses Treffen wird genutzt, um Information über das Vorhaben bekannt zu geben, Probleme zu erörtern und das weiter Vorgehen zu besprechen. Als nächstes wird ein Treffen, der 10 Ärmsten Familien aus Tam Quy folgen, in dem wir das Projekt erklären und mitteilen das 5 Kühe für unser Vorhaben zur Verfügung stehen.
Nun darf jede Familie 5 Namen, einschließlich ihres eigenen, auf einen Zettel schreiben und diesen gefaltet abgeben. Sie sollen auswählen wer am dringendsten eine Kuh benötigt. Dann werden an einer Tafel alle Namen auf den Zetteln aufgelistet und man kann leicht sehen welche 5 Familien die meisten Stimmen erhalten haben. Diese Methode hat den großen Vorteil, dass es ein transparenter Prozess ist und die Menschen im Dorf sich natürlich genau kennen und wissen, wer eine Kuh am nötigsten hat.
Was passiert wenn eine Kuh stirbt?
Das hängt von der Ursache ab. Wenn der Besitzer sich nicht um die Kuh gekümmert hat und sie deswegen verstirbt muss der Besitzer den Wert der Kuh ersetzen. Trifft den Besitzer keine Schuld wir je nach Ursache, ob Unfall oder Krankheit, das Fleisch verkauft und auf das Kuh Bank Konto eingezahlt. Die Familie bekommt dann die nächste Kuh die von einer anderen Familie zurückgezahlt wird.
Was passiert wenn ein männliches Kalb geboren wird?
In 50% der Fälle wird natürlich ein männliches Kalb geboren. Es wurden für diesen Fall verschiedene Lösungen vereinbart:
a) Die Familie wartet auf das zweite Kalb und hofft, dass dieses dann weiblich ist.
b) Die Familie verkauft das männliche Kalb und kauft von dem Geld ein weibliches Kalb und zahlt dieses Kalb an die Kuh Bank zurück.
Was für einen Vorteil haben die Familien die eine Kuh leihen?
Sie können nachdem sie ein weibliches Kalb zurückgezahlt haben die Mutter Kuh behalten und alle weiteren Kälber. Davon können sie dann einzelne Tiere verkaufen und so Bargeld erhalten. Einige nutzen dieses Bargeld um sich weitere wirtschaftliche Standbeine aufzubauen, z.B. eine Obstplantage oder eine Kuhzucht.
Bereits von Anfang an können sie die Kuh als Produktionsmittel zur Ertragssteigerung nutzen, wie z.B. zum Pflügen der Felder. Ebenfalls kann auch der Kuh Dung als Dünger verwenden.
Was passiert wenn eine Familie sich weigert ein Kalb zurückzuzahlen?
Das ist eine schwierige Situation. Die Familie schließt beim Erhalt der Kuh einen Vertrag mit dem Projekt ab, der durch die Leitung des Distriktes und des Dorfes gegen-gezeichnet wird. Weigert sich jemand zurückzuzahlen muss im schlimmsten Fall die Polizei eingeschaltet werden und eine Strafrechtliche Verfolgung eingeleitet werden.
Dieses Projekt in Tam Quy und die Idee, ist angelehnt an bereits erfolgreich laufende Projekte, die von mehreren NGOs durchgeführt wurden bzw. werden. Somit ist dieses Vorhaben als sicher und gewinnbringend einzustufen.